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September 2007: Mitten durch den Stau oder drum herum?

September 2007: Mitten durch den Stau oder drum herum?

In einer Studie des Spiegel Institut Mannheim zeigt sich, dass bei Navigationssystemen der Wunsch nach dynamischer Routenführung auf Kundenseite ganz oben steht.

Der Markt für mobile Navigationslösungen, als eine einfache Variante zum Nachrüsten im eigenen Fahrzeug, boomt weiterhin. Auch auf der vom 13. bis 23. September 2007 stattfindenden Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt wurde dem Thema große Aufmerksamkeit geschenkt. Vor diesem Hintergrund führte das Spiegel Institut Mannheim eine Befragung zum Thema mobile Navigation durch und explorierte die Wünsche und Vorstellungen auf Kundenseite. Das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen mit Sitz in Brühl befragte in einer Internetstudie insgesamt 401 Männer und Frauen im Alter von 18 bis 74 Jahren.

Aus Sicht der Konsumenten spielt der Anschaffungspreis mit die bedeutsamste Rolle, wenn es um die empfundene Präferenz gegenüber einer mobilen Lösung geht. Dies dürfte nicht weiter verwundern, betrachtet man die enormen Preisspannen bei mobilen Navigationsgeräten. Hier stellt sich für den Kunden bereits die Frage, ob der Vorzug eher in Richtung eines voll ausgestatteten Premiumgerätes geht, oder ob ein Gerät mit den nötigen Grundfunktionen ebenfalls ausreicht. Betrachtet man den Funktionsumfang im Einzelnen, ist den Konsumenten heutzutage vor allem eine dynamische Routenführung wichtig, die Staus oder Sperrungen automatisch in die Berechnung der Fahrroute miteinbeziehen kann.

Des weiteren sehen es Konsumenten als besonders wünschenswert an, wenn aktualisiertes Kartenmaterial ohne zusätzliche Kosten zu erhalten wäre.
Dirk Obermeier, Studienleiter, führt dazu aus: „Wenn Konsumenten einen nicht gerade geringen Betrag ausgeben, um sich ein Navigationsgerät anzuschaffen, ist verständlich, dass sie eine dauerhafte Aktualität der mitgelieferten Karten wünschen. Ein Angebot in dieser Richtung könnte für Kunden sehr verlockend wirken.“ Bisher ist es üblich, dass zwar die Software im Navigationsgerät über das Internet regelmäßig mit Updates versorgt werden kann - eine aktualisierte Version des Kartenmaterials muss man allerdings separat erwerben.

Im Vergleich zu anderen Merkmalen spielt die Hersteller-Marke interessanterweise eine eher zweitrangige Rolle, wenn es um die Kaufentscheidung geht. Allerdings gibt es zwischen den Marken wiederum deutliche Unterschiede. Von den acht betrachteten Marken landete der niederländische Hersteller TomTom auf dem ersten Platz. Den zweiten und dritten Platz konnten die deutschen Hersteller Falk und Becker für sich beanspruchen. Bisher eher unbekannt scheinen die Hersteller Navman und Garmin zu sein, obwohl diese eine breite Produktpalette auf dem deutschen Markt anbieten.

Betrachtet man den erweiterten Funktionsumfang bei Navigationsgeräten, wie etwa Verbindungsmöglichkeiten mit dem Mobiltelefon oder Radio sowie diverse multimediale Fähigkeiten, so zeigt sich, dass diese in ihrer Bedeutsamkeit hinter den eigentlichen Navigationsfunktionen (wie bspw. dynamische Routenführung) zurückbleiben. Dirk Obermeier ergänzt hierzu: „Hier dürfte sich in naher Zukunft sicherlich einiges tun. Es kann davon ausgegangen werden, dass Funktionen wie etwa die dynamische Routenführung zum Standard gehören werden. Die Hersteller werden darauf setzten, den erweiterten Funktionsumfang weiter auszubauen, um sich auf diese Weise einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.“